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Die Macht des Wortes

Worte bestimmen unser Denken und unser Denken bestimmt unser Handeln.Aber was hat das bloß mit Hundetraining zu tun?
Es ist noch gar nicht lange her, da gab man den Hunden Befehle. Ein Befehl ist eine verbindliche Anweisung und wir kennen den Begriff vor allem aus dem Militär. Befehle muss man befolgen, Befehlsverweigerer werden bestraft.
Dann wurde die Sprache in der Welt der Hundeerziehung etwas reformiert und man sprach von "Kommandos". Aber auch das ist ein militärischer Begriff, der dem Befehlsempfänger keinerlei Handlungsspielraum einräumt.
Die Begriffe "Befehl" und "Kommando" lösen in uns ganz unbewusst eine Erwartungshaltung aus, die durch die Begriffe selbst geprägt werden.

Ich möchte das an einem Beispiel verdeutlichen:
Mal angenommen Sie stehen draußen im Regen auf einer matschigen Wiese bei 5° in der Kälte. Sie geben Ihrem Dalmatiner Rüden den Befehl "sitz". Der setzt sich aber nicht. Aber Sie haben den Befehl gegeben. Ein Befehl muss befolgt werden sonst will der Hund die Weltherrschaft, der Himmel fällt Ihnen auf den Kopf oder sonst etwas. Sie können doch nicht einfach ignorieren, dass der Hund den Befehl jetzt nicht ausführt? Diese Denkweise hält Sie unbewusst schon nur durch die Wortwahl sehr gefangen und macht Sie unfrei für Alternativen in Ihrem Denken. Das gleiche Beispiel, aber eine andere Wortwahl:
Sie stehen draußen im Regen auf einer matschigen Wiese bei 5° in der Kälte. Sie geben Ihrem Dalmatiner Rüden das Signal "sitz". Der setzt sich aber nicht. Das Signal war klar, der Hund kennt es und führt es normalerweise auch aus. Da er diesem nun nicht nachkommt, muss es einen Grund dafür geben. Eine mögliche und sehr wahrscheinliche Erklärung ist, dass ein kurzfelliger Hund es bei den genannten Temperaturen und Witterungsverhältnissen vermeiden wird, sich einen nassen Po zu holen.
Ein Signal ist per Definition ein optisches oder akustisches Zeichen, das eine bestimmte Bedeutung hat. Es impliziert nicht, dass dieses Zeichen vom Empfangenden unbedingt befolgt werden muss. Es ist lediglich eine Form der Kommunikation.

Haben Sie ein "Signal" gegeben, sind Sie in der Regel offener für eine Alternative, als Sie das sind, wenn Sie einen „Befehl“ gegeben haben. In der Regel haben sich die meisten von uns einen Hund ins Haus geholt, weil wir einen besten Freund wollten, ein Haustier zum lieb haben, einen Begleiter für das tägliche Leben. Die wenigsten Menschen holen sich ein Tier, weil sie einen Befehlsempfänger daheim haben möchten. Und plötzlich steht uns unsere Wortwahl im Wege. Wenn wir uns dessen bewusst werden, können wir durch wenig Einsatz viel verändern. Ein guter Hundetrainer kann Ihnen also allein durch seine Wortwahl sehr viel Druck nehmen.
Allerdings kann man durch die Wortwahl auch Dinge verharmlosen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Leinenruck. Immer häufiger wird dieses Wort durch „Leinenimpuls“ ersetzt.
Während ein „Ruck“ in den meisten Menschen ein Bild von massiverer Einwirkung auslöst, vermittelt das Wort „Impuls“ eine wesentlich feiner dosierte Anregung.
Ob in der Praxis hier ein wirklicher Unterschied für den Hund stattfindet wage ich zu bezweifeln. Jedoch löst der Begriff Leinenimpuls in der Regel nicht die gleiche Abwehr beim ungeübten Hundehalter aus, wie der Begriff Leinenruck. Hier findet durch die Neuprägung des Begriffes eine Manipulation statt. Sprache beeinflusst unser Denken, Sie wird von uns und anderen genutzt um ein bestimmtes Bild einer Situation zu transportieren. Manchmal nutzen wir das für uns selbst, manchmal werden wir unbewusst manipuliert. Achten Sie darauf, denn:

Worte bestimmen unser Denken und unser Denken bestimmt unser Handeln.